Geheimnisvolles La Rochelle
Chevalier ist Commissaire in La Rochelle an der französischen Atlantikküste. Er genießt den Spätsommer, als ein neuer, brisanter Fall eintrifft. Auf einer Jacht im Hafen wurde Solène Flamant, Erbin einer Cognac-Dynastie, ermordet aufgefunden.
Das Motiv ist unklar und die Familie ist vor allem darum bemüht, den Vorfall nicht an die Öffentlichkeit geraten zu lassen. Kurz darauf wird der Geschäftsführer eines konkurrierenden Cognac-Produzenten mit derselben Waffe getötet. Wer greift zwei der größten Unternehmerfamilien der Region an? Zur Lösung des Falls muss er sich mit anderen Départements zusammentun, wo er auf eine alte Bekannte trifft. Zusammen dringen sie immer tiefer in die komplizierten Beziehungen der rivalisierenden Familien ein. Eine spannende und gut erzählte Kriminalgeschichte, bei der sich die Puzzleteile Stück für Stück zu einem stimmigen Gesamtbild zusammensetzen. Die Charaktere sind überzeugend gezeichnet und gut aufeinander abgestimmt, was der Handlung zusätzlich Tiefe verleiht. Besonders gelungen ist das französische Flair, das durch die Schauplätze, das Lebensgefühl und die wiederkehrenden französischen Begriffe authentisch vermittelt wird. Man merkt jederzeit, dass die Geschichte in Frankreich spielt – das sorgt für eine dichte Atmosphäre und ein authentisches Gefühl für Land und Leute.
Julian Schirm
rezensiert für den Borromäusverein.
Geheimnisvolles La Rochelle
Jean-Claude Vinet
Lübbe (2025)
381 Seiten
kt.