Die Möglichkeit von Liebe
Die titelgebende Liebe spielt in diesem neuen Roman von Louise Pelt (Autorin von „Die Halbwertszeit vom Glück“ und von „Die Anatomie der Einsamkeit“) zwar auch eine Rolle, aber das vorherrschende Thema ist doch eher das Verzeihen und die Akzeptanz
von unwiderruflichen Ereignissen. Lindas Ehe ist gescheitert, ihr Ex-Mann verbringt den Sommer mit den gemeinsamen Kindern im Ferienhaus der Familie seiner neuen Freundin. Die 43-jährige Frau flüchtet aus der Stadt in ihr verwildertes Gartengrundstück, wo sie einen unliebsamen Besucher vorfindet und sich mit ihm arrangieren muss. Sie nutzt die Auszeit, um sich neu zu sortieren. Parallel dazu wird die Geschichte von Sam und Martha erzählt, zwei Teenager, die nach einer schwierigen Annäherungsphase beschließen, zusammen auszureißen, was jedoch tragisch endet. Katastrophen, Unfälle und weitere emotionale Ausnahmezustände sind an der Tagesordnung in diesem sehr gefühlvollen Roman. Dennoch lässt sich die Geschichte gut und flüssig lesen. Einige unvorhergesehene Wendungen und erzählerische Kniffe halten die Spannung hoch.
Franziska Knogl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Möglichkeit von Liebe
Louise Pelt
Lübbe (2026)
426 Seiten
fest geb.