Der kleine Laden der großen Wünsche
In der japanischen Stadt Kazahaya findet sich bei den roten Schreintoren in der Abenddämmerung ein kleiner Laden, doch nur Passanten, die ein Herzensanliegen haben und schon am Verzweifeln sind, können ihn sehen und betreten. Für alle anderen ist
er unsichtbar. Ein kleiner Junge hat ein Mädchen, das er sehr gern mag, ohne Absicht beleidigt und möchte seinen Fehler wieder gutmachen; Erikas Mutter hat deren über alles geliebte Puppe weggeworfen, und nun sucht das Kind überall danach; eine bekannte Radiomoderatorin hat eine Vision beim Kirschbaum vor ihrem Studio und taucht ein in vergangene Zeiten; eine kleine weiße Katze will in ein Kind verwandelt zu ihrer Familie zurückkehren; für ein anderes kleines Mädchen geht mit dem Verlust des Fernsehers ihrer Familie ein Stück behüteter Kindheit verloren. Ihnen allen kann der junge Mann mit silbernen Haaren und goldfarbenen Augen, der an der Kasse sitzt, auf die richtige Weise helfen. – Die japanische Autorin (geb. 1963) wurde in ihrem Land vor allem mit Kinderbüchern und Healing Fiction für Erwachsene, einem Boom auf dem japanischen Buchmarkt, erfolgreich. Demnach müssen die Protagonisten herausfordernde Negativerlebnisse überwinden und ihre seelische Gesundheit zurückgewinnen. Letztendlich handelt es sich um realitätsnahe Märchen für Erwachsene, die daraus bei Bedarf Mut schöpfen können. Sympathischer Wohlfühltitel, breit empfohlen.
Barbara Riedl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Der kleine Laden der großen Wünsche
Saki Murayama ; Übersetzung aus dem Japanischen von Heike Patzschke
Lübbe (2026)
156 Seiten : Illustrationen
fest geb.