Diese Sache mit uns

Das Debüt der Londoner Autorin begleitet ein Paar durch ihre Beziehung in Rückblick und Gegenwart. Lucy und James, Mitte dreißig, sie selbstständig in der Werbebranche tätig, er als Rechtsanwalt und Partner in einer angesehen Großkanzlei in London. Diese Sache mit uns Heiraten und Kinder, wie bei den FreundInnen ringsum, steht nicht auf ihrem Lebens- und Karriereplan, der auf Perfektion, Selbstverwirklichung und hohes berufliches Engagement ausgerichtet ist. Der Kauf einer gemeinsamen Wohnung im angesagten Londoner Stadtteil Islington hingegen schon und die Anschaffung einer Katze. Als James jüngerer Bruder Sam bei einem Autounfall stirbt, müssen sie ihr Beziehungsgefüge neu ausrichten, die Trauer verarbeiten und sich neu justieren. Können sie ihrem Glück überhaupt noch trauen? Und hat sich die Antwort auf die vereinbarte Kinderlosigkeit geändert? – Die Geschichte um eine achtjährige Liebe thematisiert die Frage nach Elternschaft versus Leben ohne Kinder als berechtigte Option. Ein brisantes gesellschaftliches Thema und ein Rechtfertigungsdruck für die Frauen und Männer, die bewusst kinderlos bleiben. Mitunter sind sich die Protagonisten nicht wirklich nah und die Dialoge wirken aufgesetzt. Oft geht es um die perfekte biedere Fassade und kleine Dramen werden aufgebauscht in der Situationsbeschreibung ihres Alltags. Dennoch leichter Lesegenuss um das wichtige gesellschaftliche Thema und die Bewegung: „childfree by choice“ Auch als Literatur zur Debatte „kinderfrei statt kinderlos“ ein möglicher Einstieg.

Karin Steinfeld-Bartelt

Karin Steinfeld-Bartelt

rezensiert für den Borromäusverein.

Diese Sache mit uns

Diese Sache mit uns

Olivia Haddon ; aus dem Englischen von Andrea Fischer
FISCHER (2026)

380 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 624967
ISBN 978-3-7587-0047-7
9783758700477
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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