Barfuß bei Luke

Für den 18-jährigen Mikolay ist Tanzen das Leben. Gefühle, Gedanken und Stimmungen kann und will er nur im Tanz ausdrücken. Zugleich muss er sich an der Ballettakademie gegen despotische Trainingsmethoden behaupten, die die Eleven durch das Training Barfuß bei Luke peitschen. Rimas blutende Füße, die Konkurrenz untereinander und die Entmenschlichung der Tänzer hinter der Bühne können nichts daran ändern, dass sie tanzend Geschichten erzählen wollen. In einer Phase der Resignation begegnet Mikolay dem Maler Luke, der ihm einen neuen Blick auf das Leben eröffnet. Frei von Zwängen lebt Luke seine Kunst und überzeugt Mikolay, ihm als Aktmodell zu sitzen. In diesen Sitzungen macht Luke die enorme Energie, aber auch die Zweifel in Mikolay sichtbar. Der Titel Barfuß bei Luke verweist dabei auf Mikolays Selbstermächtigung: Er wagt etwas, vor dem er sich bislang immer geschützt hat. – Anne Brockmann verdichtet in dieser kompakten Novelle auf eindringliche Weise die Frage nach dem Preis, den es hat, dem eigenen Traum zu folgen. Dabei erzählt sie authentisch und mit großer Sensibilität von Disziplin, Verletzlichkeit, Freiheit und der Suche nach dem eigenen Ich. Eine Geschichte, die nachhallt und einen tiefgreifenden Eindruck hinterlässt. Ein Glossar mit einem kleinen Ballettlexikon und Übersetzungen zu polnischen Begriffen vervollständigen dieses großartige Buch. Außerdem werden im Anhang Hotline Adressen für offizielle Stellen und Einrichtungen für Menschen in seelischer Notlage gelistet.

Manuela Hantschel

Manuela Hantschel

rezensiert für den Borromäusverein.

Barfuß bei Luke

Barfuß bei Luke

Anne Brockmann
Verlag Freies Geistesleben (2026)

126 Seiten
kt.

MedienNr.: 627104
ISBN 978-3-7725-3229-0
9783772532290
ca. 18,00 € Preis ohne Gewähr

Borromäus-Altersempfehlung: ab 16
Systematik: J
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