Gott, der Hund und ich
Im Regen schaukelt ein Kind. Nur eine Katze leistet ihm Gesellschaft. Da kommt ein Mann mit alter Jacke und komischer Fellmütze und das Kind erkennt sofort Gott in ihm. Sie machen einen Spaziergang, fahren Bus ohne Fahrkarte, besuchen die Mutter,
die als Kassiererin im Supermarkt einen anstrengenden Job hat. Ale Gott sich ihr zuwendet, beginnt sie von innen heraus zu leuchten. Den arbeitslosen Vater finden sie auf dem Sportplatz. Sie rauchen und fachsimpeln miteinander über Fußball und das Leben allgemein. Auf dem weiteren Weg sehen sie einen einsamen, angebundenen Hund, der auch das Besondere sehen kann. Als die beiden sich entfernen, sehen sie aus wie andere auch. - Der zärtlich-leise Ton verzaubert beim ersten Lesen. Was für ein schöner Gedanke, Gott im Alltag, in einfachen Begegnungen zu finden und die heilmachende Kraft der Zuwendung zu erleben, die das Kind durchaus brauchen kann. Dennoch stiehlt sich beim Erwachsenen leises Unbehagen ein, wenn das Kind sich so selbstverständlich einem Fremden anvertraut wie hier (analog zur déformation professionelle eine "déformation adulte"?). Mit wenigen Strichen skizziert die Illustratorin die Handlung. Die gedämpften Farben der Ölkreide oder Wachsmalstifte unterstreichen die leicht melancholische Stimmung. - Empfehlung mit Einschränkung.
Astrid Frey
rezensiert für den Borromäusverein.
Gott, der Hund und ich
Will Gmehling ; Wiebke Oeser
Hammer (2016)
[16] Bl. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 4