Wenn Engel bellen
Karlo war mehr als nur ein Haustier, er war Spielkamerad, Gefährte von Ellie und der gute Geist der ganzen Familie. Sein Tod macht alle traurig, aber Ellie spürt auch körperlich diesen Verlust. In der Nacht erscheint ihr der Hund im Traum - eine
Möglichkeit für sie, sich von ihm zu verabschieden. - Die erste Erfahrung eines Todesfalls ist für kleine Kinder ein unfassbares Ereignis, ganz gleich, ob es sich um ein Familienmitglied oder um ein geliebtes Tier handelt. Was Ellie mit Karlo erlebt hat, war der Alltag mit einem vertrauten Begleiter; dass er plötzlich fehlt, hat große Auswirkungen auf ihr Leben. Aber Ellie hat Glück: zum einen hat sie verständnisvolle Eltern, die ihre Trauer ernst nehmen und sie nicht gleich mit einem neuen Hund "trösten" wollen. Andererseits kann Ellie durch das Traumereignis die Intensität der Beziehung zu dem Tier erneut spüren und sich später tief daran erinnern. Von Ellies Gefühlswelten wird in diesem Kinderbuch sehr einfühlsam erzählt. Die klare, unprätentiöse Sprache erfasst sehr genau, was Kinder nach dem ersten Schock erleben. Ähnlich wirken die Illustrationen: hier werden die Innenwelten beleuchtet und auch die Traumsequenzen kommen ohne Süßlichkeiten aus. Die Botschaft der Erzählung richtet sich gleichermaßen an die älteren Vorleser/-innen wie die jungen Zuhörer/-innen: sich der Trauer um den Verlust hinzugeben, kann eine hilfreiche Erfahrung sein.
Dominique Moldehn
rezensiert für den Borromäusverein.
Wenn Engel bellen
Mareike Ammerksen ; mit Illustrationen der Autorin
Dressler Verlag (2021)
[48] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 6