Unshame
Louisa Dellert, reichweitenstarke ehemalige Fitness-Influencerin, war – wie sie in ihrem Buch selbstkritisch bekennt – Teil und Nutznießerin einer Maschinerie, die unerreichbare Idealbilder erzeugt, und wurde zugleich Opfer jenes eigenen Bildes,
das sie ihren Followerinnen präsentierte, handelte sich schwerwiegende gesundheitliche Probleme ein. Heute versucht sie, solchen Fehlentwicklungen entgegenzuwirken und lenkt in ihrem Buch den Blick auf gesellschaftliche und psychologische Mechanismen ebenso wie auf wirtschaftliche und politische Interessen, die der Akzeptanz des eigenen Körpers insbesondere bei Frauen entgegenstehen und zum Teil schon sehr junge Mädchen zu ständiger Optimierung treiben. Dem stellt sie Gedanken und konkrete Tipps entgegen, wie frau zu mehr körperlicher Selbstakzeptanz gelangen kann, wobei sie eingesteht, dass sie selbst trotz aller dieser Aufklärungsarbeit doch immer wieder einmal dem Einfluss der tiefsitzenden Prägungen und Erwartungshaltungen erliegt. Ihr Buch ist ein Appell zu einer solidarischen Haltung, die nicht be- und abwertet und kann allen Büchereien empfohlen werden.
Monika Graf
rezensiert für den Borromäusverein.
Unshame
Louisa Dellert
allegria (2026)
297 Seiten : Ilustrationen (farbig)
kt.
Auszeichnung: Sachbuch des Monats