Zwischen Tik Tok und Therapie
Angst- und Essstörungen, Abhängigkeit von Drogen, Gaming oder sozialen Medien oder auch Depressionen – die Zahl der psychischen Erkrankungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen steigt kontinuierlich an. Eltern stehen oft hilflos daneben. Wo
liegen die Ursachen? Warum können Kinder nicht genügend mentale Stärke entwickeln, um gesund zu bleiben? Diesen Fragen widmet sich der erste Teil des Buches: Ein stabiles Familiengefüge, das sichere Bindungen ermöglicht, gilt als Basis. Kinderhirne entwickeln sich spielend und nicht an digitalen Medien. Gute, persönliche Beziehungen sind die Basis für Resilienz. Im zweiten Teil stellt die Autorin anhand von Fallbeispielen verschiedene Krankheitsbilder vor und skizziert die Wege der Jugendlichen in die Erkrankung, aber auch häufig den Weg wieder heraus und den Umgang damit. Teil 3 wendet sich dann an Eltern und Bezugspersonen und erläutert, was diese von Geburt an, aber insbesondere in der Krise tun können: Halt geben, wertungsfrei aber die eigenen Grenzen wahrend. Der Epilog berührt besonders: "Einer reicht", denn allen hier skizzierten Fallbeispielen, die den Weg aus der Krise geschafft haben, ist gemeinsam, dass sie eine feste Bezugsperson hatten, die ihnen Halt und Orientierung gegeben hat. Und so soll dieses Buch dann auch die Lesenden ermutigen, zu solchen Wegbegleitern zu werden. Ein Glossar, in dem die Krankheitsbilder kurz erläutert werden, rundet das Buch ab. – Ein sehr fundiertes Buch, das durch die zahlreichen Fallbeispiele und die allgemeinverständliche Sprache für eine breite Leserschaft Zugang zu diesem wichtigen Thema gibt. Für Eltern ein guter Ratgeber, für alle anderen eine Ermutigung, zum Wegbegleiter zu werden.
Dorothee Rensen
rezensiert für den Borromäusverein.
Zwischen Tik Tok und Therapie
Ulrike Bartholomäus
Berlin Verlag (2026)
300 Seiten
fest geb.