Die Achse der Autokraten
Die Preisträgerin des Friedenspreises 2024 des Deutschen Buchhandels, zeigt in diesem aufrüttelnd informativen Buch, wie intensiv, teils verborgen, meist unverhohlen sich zahlreiche autokratische Staaten mit dem Ziel zusammengefunden haben, das demokratische
System westlicher Staaten zu untergraben und letztlich zu beseitigen. In ihrer scharfen Kritik dieser weltweit agierenden autoritären politischen Regime steht die von Putin rücksichtslos vorangetriebene Expansionspolitik im Mittelpunkt, auch wenn die Autorin die Autokraten z.B. in Kuba, Venezuela, China, Iran nicht außer Acht lässt. Das Hauptziel bei allen ist persönlicher Machterhalt, Destabilisierung der Nachbarländer, Überwachung, Folter, Mord. Das Besondere dieser Zusammenarbeit besteht laut Applebaum darin, dass die einzelnen Staaten ideologisch meist nicht übereinstimmen (z.B. Mullah-Regime im Iran, erzkommunistisches Nordkorea), sich jedoch in ihrer Zielsetzung einig sind: Zerstörung freiheitlicher westlicher Gesellschaften und "Hass auf die Demokratie". Zur Vernichtung der liberalen Weltordnung werden weltweit Netzwerke gebildet und auch Gewalt ausgeübt. Kritisch hinterfragt die Autorin den teils auch von westlichen Demokratien mitverschuldeten Prozess und beschreibt diesen Weg, der auch heute noch zu gängigen wirtschaftlichen wie politischen Praktiken gehört, an einer Vielzahl von Beispielen (u.a. Geldwäsche, Korruption) und kommt zu dem ernüchternden Ergebnis, dass "Wandel durch Handel" als globaler friedlicher Motor völlig gescheitert ist. Als einzig mögliche Antwort sieht sie eine "Internationale Allianz", in der alle demokratischen Staaten "Transparenz, Rechenschaft und Fairness" im Finanz- wie im Informationsbereich durch Gesetze und Verordnungen regeln und überprüfen, aber auch jeder Bürger zu verantwortlicher Haltung aufgerufen ist. – Informativ, fesselnd, lesenswert!
Inge Hagen
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Achse der Autokraten
Anne Applebaum ; aus dem Englischen von Jürgen Neubauer
Siedler (2024)
208 Seiten
fest geb.