Heldinnen, Herrscherinnen, Heilige
Aufgeteilt in sieben Kapitel erzählt die Autorin die Geschichte von Europas Nationen, anhand von jeweils zwei Frauen, die hierfür eine wichtige Rolle spielten. Eine davon aus dem Mittelalter und eine aus der Neuzeit. Sie zieht Parallelen zwischen
den Leben der Frauen und beleuchtet ihre Rolle bei der Nationenbildung. Dabei legt sie großen Wert darauf, die Personen anhand historischer Aufzeichnungen und oft auch von Kunstwerken neu zu interpretieren und deren Lebenswelten mit einzubeziehen. Hierfür kann sie als Kulturhistorikerin und Sprachwissenschaftlerin auf einen großen Erfahrungsschatz zurückgreifen. Leidenschaftlich setzt sie sich dafür ein, gängige Interpretationen von Frauen, die oft für politische Zwecke instrumentalisiert wurden, zu hinterfragen. Somit setzt sie auch bei der Beleuchtung von berühmten Personen wie Jeanne d‘Arc neue Schwerpunkte und unterstützt ihre Interpretationen durch Quellen und Abbildungen. Sie schließt das Buch mit einem leidenschaftlichen Plädoyer, bei der Geschichtsschreibung immer die Intentionen des Schreibers zu hinterfragen und somit feministische Interpretationen historischer Personen zuzulassen. Trotz seines Umfanges ist das Buch kurzweilig und bietet spannende Biografien.
Agnes Schmidtner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Heldinnen, Herrscherinnen, Heilige
Janina Ramirez ; aus dem Englischen von Karin Schuler
Siedler (2026)
560 Seiten : zahlreiche Illustrationen, Karten
fest geb.