Dirty Bistro
„Dirty Bistro“ von Max Strohe ist kein klassisches Kochbuch. Wer ein durchgehend strukturiertes, gefälliges Werk erwartet, wird überrascht. Es will nicht gefallen, sondern Position beziehen. Es verbindet Rezepte mit Haltung, kombiniert essayistische
Gedanken mit kulinarischer Praxis und bewegt sich bewusst zwischen Einfachheit und Anspruch. Die Rezeptauswahl ist breit gefächert und da gelingt ein spannender Spagat – manche Rezepte sind überraschend einfach und alltagstauglich, andere fordern Zeit, Erfahrung und teilweise auch die Bereitschaft, ungewöhnliche Produkte zu beschaffen. Trotz teils komplexer Gerichte sind die Rezepte klar, präzise und gut nachvollziehbar formuliert. Besonders berührend ist diese Mischung aus ehrlicher Liebe zum Essen und einer fast rebellischen Lust am Genuss. Perfektion spielt hier keine Hauptrolle, sondern Gefühl. Am Ende bleibt das Gefühl, nicht nur ein Kochbuch gelesen zu haben, sondern Teil einer Haltung geworden zu sein. Kochen darf laut sein, schmutzig, intensiv und vor allem voller Seele. – Das Buch ist toll. Strohe hat einiges zu erzählen und dass er kochen kann, hat er schon des Öfteren bewiesen. Und hier kommt ein kleines "Aber": Jaa, Streetfood und schmackhafte kleine Schweinereien sehen überall auf der Welt anders aus, aber nicht überall gibt es Groß- und andere Märkte, die den ambitionierten Hobbykoch glücklich machen. – Nichtsdestotrotz ist es ein bemerkenswertes Buch und darum für alle (finanzstarken) Büchereien geeignet und für Hobbyköche empfohlen.
Jutta Weber
rezensiert für den Borromäusverein.
Dirty Bistro
Max Strohe
Dorling Kindersley Verlag GmbH (2026)
240 Seiten : farbig
fest geb.