Täter und Komplizen in Theologie und Kirche 1933-1945
2013 jährte sich zum 80. Mal die Machtübernahme Hitlers. Anlässlich dieses Datums organisierte die Stadt Berlin unter dem Titel "Zerstörte Vielfalt" ein Kulturprogramm, in dessen Rahmen das Dokumentationszentrum Topographie des Terrors die Vortragsreihe
"Täter und Komplizen in Theologie und Kirchen 1933 - 1945" veranstaltete. Die gleichnamige Publikation stellt eine Sammlung der Vorträge in erweiterter und überarbeiteter Form dar. Thematisch ergibt sich daraus ein breitgefächerter Einblick in die verschiedenen Verstrickungen der beiden christlichen Kirchen mit dem nationalsozialistischen Staat und dessen Ideologie. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der protestantischen Konfession und deren innerkirchlichen Strömungen rund um die Deutschen Christen und die Bekennende Kirche. Wenngleich auch überregionale Beiträge zu finden sind, so wird doch ein regionaler Schwerpunkt auf Berlin gelegt. Der Sammelband bietet einen interessanten historisch-wissenschaftlichen Blick auf die Umbruchsstimmung 1933, von der auch weite Teile der Kirchen erfasst wurden. Dabei können allerdings nur einige Schlaglichter gesetzt werden, ohne die Situation als Ganzes zu beleuchten. Die katholische Perspektive kommt etwas kurz. Für ausgebaute Bestände.
Sebastian Heuft
rezensiert für den Borromäusverein.
Täter und Komplizen in Theologie und Kirche 1933-1945
hrsg. von Manfred Gailus
Wallstein (2015)
260 S. : Ill.
kt.