Ida

Die Vorräte schimmeln, der Hof verfällt und sein Sohn Venousek ist noch ein Kind: Seit dem Tod seiner Frau ist Bauer Frantisek auf sich gestellt und muss neben der Bewirtschaftung seiner Felder den Haushalt führen. Hinzu kommen die zunehmenden Abgaben Ida an die ortsansässigen Verwalter des sozialistischen Staates. Als Frantisek einsieht, dass er seine Arbeit nicht mehr ohne eine helfende Hand bewältigen kann, beantragt er beim Verwalter einen Helfer. Doch statt des erwarteten Knechtes bringt ihm dieser, um ihn zu verhöhnen, die 29-jährige Ida mit, eine schmale und zarte Frau. Nach anfänglicher Wut beginnt Frantisek Ida jedoch zu schätzen, da sich die junge Frau als tüchtige Hilfe in Haus und Hof entpuppt. Dabei geht sie oft an ihre körperlichen Grenzen und scheut sich auch nicht davor, mit Frantisek und seinem Sohn schwere Obstbäume umzupflanzen, eine Aufgabe, die sich der Verwalter als Schikane für den Bauern erdacht hat. Mit der Zeit wird Ida nicht nur für Venousek eine wichtige Bezugsperson, sondern auch Frantisek fühlt sich zu ihr hingezogen. Alles scheint harmonisch, bis Ida und Frantisek eines Tages auf einen Ball im Wirtshaus des Dorfes gehen. Denn hier eröffnen Frantiseks Gegner ihm die wahre Identität Idas, durch die auch er zu einem Außenseiter wird. Ob ihre Liebe jetzt noch eine Chance hat? – Ein spannender, bisweilen etwas düsterer Roman, der vom mühsamen Bauernleben unter sozialistischer Führung erzählt sowie von einer besonderen Frau. Zu empfehlen.

Clara Braun

Clara Braun

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Ida

Ida

Helena Cernohorská ; aus dem Tschechischen von Kristina Kallert
Weidle Verlag (2026)

112 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 627082
ISBN 978-3-8353-7603-8
9783835376038
ca. 18,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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