Der letzte Hüter der Tiere
Die Eingangsszenerie zeigt einen stark angestiegenen Meeresspiegel und nur ein paar Tiere, die überlebt haben. Der titelgebende letzte Hüter der Tiere, ein riesiger zweibeiniger, von Windkraft betriebener Roboter, sammelt die Tiere liebevoll ein
und bringt sie vor den Fluten in Sicherheit. Er zimmert eine Arche, auf der er mit ihnen davonsegelt, bis sie in einen schweren Sturm geraten und stranden. Zum Glück erscheint ein zweiter, von Solarkraft betriebener Roboter. Er rettet alle in seinem Ballon und bringt sie an einen neuen und sicheren Ort. – Wie in der Genesis-Erzählung über Noahs Arche werden die Tiere gerettet; die Zukunft des Menschengeschlechts jedoch bleibt ungewiss. Das mit Wasserfarben gemalte Bilderbuch kommt typisch für Aaron Becker gänzlich ohne Text aus, lediglich ein Zitat von Jane Goodall ist vorangestellt. Und doch stellt es die großen Fragen. Es verbindet eindrucksvoll Kritik am menschengemachten Klimawandel und seinen Folgen für Lebewesen mit einem hoffnungsvollen Ende nebst Taube und Regenbogen wie bei Noah. Eine Entdeckung, die alle Betrachtenden anregen sollte, über die Kostbarkeit der Schöpfung nachzudenken.
Melanie Schubert
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Der letzte Hüter der Tiere
Aaron Becker
Gerstenberg (2025)
[48] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 5