Bär und ich

Aufwachen, Zähneputzen, Toilettengang, Essen, Trinken, Freizeitbeschäftigungen, Spiel aller Art – der Bär macht es vor und das Kind macht es nach. Sprachlich bleibt das Vorgehen gleichförmig, z.B. "Bär brüllt. Ich auch." oder "Bär malt. Ich Bär und ich auch." Diese Wortformeln sind in ihrer Reduktion auf Basisstrukturen sehr einprägsam und können den (Schrift-) Spracherwerb fördern. Dazu trägt auch die pointierte Typografie bei: nahezu durchgehend in variierenden Druckschrift-Großbuchstaben erscheinen alle Aussagen zum Bären, in verbundener Schreibschrift dagegen alles, was den Protagonisten betrifft. Den Kontrast Groß und Klein zeigen auch Bär und Kind: der Bär füllt die Seite in flächiger und monochromer Farbgestaltung, sehr klein und spielerisch verkleidet das stets freundlich lächelnde Kind; alle Illustrationen sind durch einen detailarmen, flächigen, fast holzschnittartig-groben, ins Abstrakte tendierenden Stil gekennzeichnet; zudem spielt die gedruckte Schrift eine eigene, prominente Rolle. Das "Spiel" Subjekt + Prädikat sowie Subjekt und Partikel erstreckt sich Seite um Seite in immergleicher Form, bis auf wenige Ausnahmen: zwei negative Aussagen (stolpern und weinen) werden mit dem Zusatz "beinah" oder "ein bisschen" versehen und die finale Aussage "Bär schläft." mit dem kindertypischen "Ich nicht" – wobei die optische Wahrnehmung dem widerspricht! Auf den ersten Blick wirkt das Buch ein wenig einförmig, ist aber sehr vergnüglich anzuschauen und kann bei bewusstem Einsatz sehr positive Wirkungen erzielen. – Allen an gezielter Sprachförderung interessierten KÖBs gerne empfohlen.

Birgit Karnbach

Birgit Karnbach

rezensiert für den Borromäusverein.

Bär und ich

Bär und ich

Jan Jutte ; aus dem Niederländischen von Rolf Erdorf
Gerstenberg (2026)

[56] Seiten : farbig
fest geb.

MedienNr.: 626129
ISBN 978-3-8369-6408-1
9783836964081
ca. 18,00 € Preis ohne Gewähr

Borromäus-Altersempfehlung: ab 3
Systematik: KK
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