Einsamkeit - vom Mut, sich selbst und anderen zu begegnen
Die Autorin, Therapeutin und Musikerin, lädt zu einer "Reise durch die innere Landschaft der Einsamkeit" ein. Persönliche Trauererfahrung nach dem Tod ihres Mannes, von Freunden und weiteren Familienmitgliedern und daraus empfundene Einsamkeit lassen
die Leser:innen nachspüren und empfinden, dass es um ein zutiefst menschliches Gefühl geht, aus dem Scham durch Tabuisierung, Angst, Verlassenheit folgen; auch Hilflosigkeit, da man sich mit der Umwelt nicht mehr verbunden fühlt, sie als kritisch, abwertend erlebt. In der Relation zu eigener Endlichkeit, dem Tod als absolut einsamer Erfahrung wird das Leben kostbar, die Chance ist, einen mitfühlenden Blick darauf zu entwickeln. Man findet hier keine medizinischen Ratschläge, sondern Angebote für den Alltag wie Trost und Hilfe annehmen, um Lebensfreude zu spüren, keine Depression zu entwickeln. Erstrebenswert sei es, 'einsamkeitsfähig' zu werden, das Gefühl zu integrieren. Zum neurobiologischen Hintergrund siehe Rein: Happy Hirn (in diesem Heft). Ein sehr persönliches Buch, fachlich fundiert, empfehlenswert.
Karola Bartel
rezensiert für den Borromäusverein.
Einsamkeit - vom Mut, sich selbst und anderen zu begegnen
Irmtraud Tarr
Patmos Verlag (2025)
208 Seiten
kt.