Die Verlorenen von Santa Chionia

Der Roman erzählt im Rückblick die Geschichte Francesca Loftfields. Es ist 1960, als die junge Amerikanerin mit italienischen Wurzeln in einem hinterwäldlerischen Kaff in Kalabrien für eine Hilfsorganisation einen Kindergarten installieren und Die Verlorenen von Santa Chionia die Gesundheit der Kinder dort fördern soll. Als sie dort ankommt, wird sie zunächst von der Situation schlichtweg überfordert: Das Dorf Santa Chionia liegt von der Außenwelt abgeschlossen in einem Bergmassiv. Hier hat sich ein ganz eigener Mikrokosmos entwickelt, zu dem Francesca so gar keinen Zugang finden will. Noch bevor sie ihre Arbeit beginnen kann, gibt es einen Bergsturz, bei dem das Postamt zerstört und das Skelett eines Mannes freigelegt wird. Doch eigenartigerweise scheint sich kaum jemand um diesen Toten kümmern zu wollen. Nur zwei Frauen bitten Francesca, Licht in diese mysteriöse Geschichte zu bringen. Im Dorf stößt Francesca jedoch auf eisiges Schweigen. Je mehr sie sich in Santa Chionia einlebt, desto mehr erfährt sie, dass in diesem von Armut und uralten Traditionen geprägten Dorf ganz eigene Gesetze und Moralvorstellungen herrschen, zu denen sie keinen Zugang findet. Doch dann lernt sie Ugo kennen, den Neffen ihrer mürrischen Zimmerwirtin. Und diese Begegnung verwirrt sie zunehmend. – Juliet Grames versteht es meisterhaft, eine brillante Milieustudie mit einer Kriminalgeschichte zu verbinden. Sie zeichnet mit viel Authentizität und mit großem psychologischem Verständnis das Bild einer isolierten Gesellschaft in einem abgelegenen Teil Süditaliens. Das ist wirklich Erzählkunst vom Feinsten! – Allen Beständen zu empfehlen.

Günter Bielemeier

Günter Bielemeier

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Die Verlorenen von Santa Chionia

Die Verlorenen von Santa Chionia

Juliet Grames
Folio (2026)

Transfer Bibliothek ; CXCV
524 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 626901
ISBN 978-3-85256-934-5
9783852569345
ca. 28,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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