Der Engel aus Stein
Ferrara im Januar 1627. Eine junge Frau kommt zum Großinqusitor Girolamo Svampa und erzählt ihm voll Angst, sie würde nachts von einem Dämon besucht, der sich an ihr vergeht. Svampa deutet dies zunächst als Alpträume. Doch dann wird die junge
Frau erwürgt aufgefunden, und Svampa setzt alles daran, den Mörder zu finden. Dazu lässt er auch seinen Mitbruder und Freund Francesco Capiferro aus Rom kommen. Beide recherchieren fieberhaft, wobei Svampa seine überragende Ratio genauso zu Hilfe kommt wie Francescos Belesenheit. Doch inzwischen sind Svampas Feinde innerhalb des Klerus, die ihn vernichten wollen, nicht untätig: Denn Svampa möchte immer noch die Zusammenhänge klären, die vor Jahrzehnten zur Verhaftung und Ermordung seines Vaters geführt haben, und das macht ihn für einige Leute sehr gefährlich. Da wird die Freundin der Ermordeten auch getötet, und der Großinquisitor muss sich beeilen, um den Mörder zu finden, bevor es noch ein Opfer gibt... – Wie schon der erste Roman um Girolamo Svampa (BP/mp 25/400) ist auch Simonis zweiter Band ein spannender historischer Thriller: Man merkt, dass der Autor als Bibliothekar im erzbischöflichen Seminar in Ferrara gearbeitet hat – er kennt sich einfach aus. Diese detailreiche Sachkenntnis von Ort und Geschichte machen auch einen weiteren Reiz beim Lesen aus, der Krimi wirkt äußerst authentisch. Und man freut sich, dass es in Bälde eine Fortsetzung gibt, denn der Thriller endet mit einem Cliffhanger.
Günter Bielemeier
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Der Engel aus Stein
Marcello Simoni ; aus dem Italienischen von Ingrid Ickler
folio (2026)
245 Seiten : Illustration, Karte
kt.