Die verbotenen Evangelien
Apokryphe Evangelien sind Schriften, die seit dem 1. Jh. nach Christus in der alten Kirche entstanden sind, sich Evangelien nennen, (angebliche) Taten und Worte Jesu überliefern, aber von der Kirche nicht in ihren biblischen Kanon übernommen wurden,
also nicht zur Heiligen Schrift der Christen zählen. Ein pauschales Urteil über ihren Wert und ihre Historizität ist nicht möglich. Manche mögen noch alte Jesustraditionen enthalten, andere heben sich von den klassischen Evangelien durch Phantasie, Wundersucht oder gnostisches Gedankengut ab - ein Grund für die Kirche, sich mit ihren Intentionen nicht zu identifizieren, obwohl sie in manchen Kreisen höchst beliebt waren. Heute ist das Interesse an ihnen wieder größer geworden, zumal manche Romane sie als vorgeblich historische Quelle verwenden und so z. B. von einem erotischen Liebesverhältnis Jesu mit Maria von Magdala phantasieren. Manche dieser Evangelien fanden aber auch immer in der Kunst und Verkündigung der Christenheit Aufmerksamkeit, z. B. wenn sie Details über die Mutter Jesu erzählen, die sonst nirgends überliefert sind. Die vorliegende Ausgabe zählt zwar nicht zu den wissenschaftlichen Standardwerken, orientiert sich aber an ihnen und erfreut durch ihre soliden Einführungen in die einzelnen Evangelien und durch die Einbeziehung aktueller Fragestellungen.
Werner Trutwin
rezensiert für den Borromäusverein.
Die verbotenen Evangelien
Katharina Ceming ; Jürgen Werlitz
Marixverl. (2007)
264, [16] S. : Ill. (überw. farb.)
fest geb.