Leben auf Autopilot
Seit Mitte der 90er Jahre, als das Internet mobil und für viele zum ständigen Begleiter wurde, schreitet die Vernetzung unseres Lebens rasant voran. Doch diese rasante Entwicklung bis hin zu denkenden Maschinen birgt auch Gefahren. Welche das sind,
welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind und vor welchen Herausforderungen eine von modernsten Kommunikationstechnologien geschaffene neue Welt steht, untersucht der Publizist Gerd Pfitzenmaier. Er bringt eine Reihe von Beispielen für die Schattenseiten einer überzogenen Technisierung, wie etwa die Risiken beim selbst fahrenden Auto. Er ist beunruhigt über die Möglichkeiten für Sabotageakte durch Hacker, vom Zugriff auf Herzschrittmacher bis zu Eingriffen bei der Kriegsführung mit Kampfrobotern und Kampfdrohnen. Pfitzenmaier weist darauf hin, dass die digitale Revolution nicht nur ein technischer, sondern auch ein kultureller Umbruch ist. Die Fixierung auf digitale Kommunikationshilfen wirke sich schon heute negativ auf die Beziehungen zwischen den Menschen aus und bewirke eine zunehmende Gefühlsarmut und Gleichgültigkeit. Der Autor verschweigt nicht, dass an den neuen Technologien kein Weg vorbei führt und erwähnt auch deren große Chancen, gibt aber den dabei auftretenden Gefahren mehr Raum. Pfitzenmaier plädiert dafür, nicht alles umzusetzen, was technisch möglich ist und nicht allem blauäugig zu vertrauen, sondern die Risiken der Zukunftstechnologien frühzeitig zu bedenken und zu benennen. Das Buch regt zum Nachdenken an und ist daher allen politisch interessierten Lesern sehr zu empfehlen
Günther Freund
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Leben auf Autopilot
Gerd Pfitzenmaier
Oekom (2016)
142 S.
kt.