Lebn und lebn lassen
In seiner gewohnt amüsanten hintergründigen Art bietet der Autor eine bunte Palette dialektgefärbter Sketche. Die oft aus dem Leben gegriffenen Szenen nehmen Ungereimtheiten und Auswüchse aufs Korn wie das monologisierende Ratschn, das aneinander
Vorbeireden, die Unsitte der vielen Grußworte, widersinnige Gespräche und Begegnungen, das Outing, wenn sich der Osterhase mit dem Weihnachtsmann einlässt, die Verwendung von Anglizismen, Baugenehmigung und Fernsehkonsum oder die philosophierende Betrachtung des Liedes "Mei Hut, der hat 3 Löcher". Besinnlicher, wenn auch mit scharfen Spitzen, lässt er das Buch ausklingen mit kritischen Überlegungen zu Themen wie Digitalisierung, Integration, Sprachverfall, Pluralismus und Werte. Für Freunde des bayerischen Hintersinns eine anregende Lektüre.
Helmut Eggl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Lebn und lebn lassen
Helmut Zöpfl
SüdOst-Verl. (2016)
168 S.
fest geb.