Ich wünschte, ich könnte dich hassen
Gemma ist mit ihren Eltern unterwegs nach Vietnam. Als sie während eines Zwischenstopps in Bangkok mit ihnen in Streit gerät, trifft sie auf einen gutaussehenden jungen Mann, der ihr vage bekannt vorkommt und der ihr einen Kaffee spendiert. Dass
er K.O.-Tropfen in das Getränk gegeben hat, merkt sie erst, als sie viele Stunden später in der australischen Wüste erwacht. Für Gemma beginnt ein Alptraum, sie verweigert Essen und Trinken, will nicht mit ihrem Entführer namens Ty sprechen und versucht sich das Leben zu nehmen. Aber was Gemma befürchtet, nämlich dass Ty sie vergewaltigen und töten will, tritt nicht ein und nach und nach beginnt Gemma, Ty, sein bisheriges Leben und seine Gedankenwelt kennen zu lernen. Aber immer behält sie die Möglichkeiten der Flucht im Blick. Als Gemma in Lebensgefahr gerät, rettet Ty, der sie auf seine verquere Art liebt, sie unter Aufgabe seiner eigenen Freiheit. Die unglaublich intensive Erzählung, ausdrucksstark gelesen von Anne Weber, richtet sich direkt von Gemma an Ty, die sich vor der Verhandlung gegen ihren Entführer mit einem Brief an ihn wendet. Der Hörer wird sprichwörtlich in das Geschehen hineingezogen und beschäftigt sich noch lange nach Ende der Lesung mit Gemmas Geschichte. Für Hörbuchabteilungen im Jugendbereich liegt hier eine absolut empfehlenswerte Lesung vor.
Gabriele Güterbock-Rottkord
rezensiert für den Borromäusverein.
Ich wünschte, ich könnte dich hassen
Lucy Christopher. Gelesen von Anne Weber
Hörbuch Hamburg (2011)
Silberfisch
4 CDs
CD