Yumikos Paravent
Mit poetischer Sprache und viel Sinn für die feinen Details im Leben schildert der Erzähler, wie die Protagonistin Hanaka, Tochter einer deutschen Mutter und eines japanischen Vaters, in Frankreich vom plötzlichen Tod ihrer Mutter in Japan erfährt.
Die Tochter reflektiert ihre Kindheit und ihrer Beziehung zu ihren Eltern, fliegt nach Japan und entdeckt im Nachlass Briefe an ihre Mutter. Dort erfahren wir Lesenden gemeinsam mit der Tochter mit jedem Brief mehr über Johanna. Aus biografischen Eckdaten und einem kindlichen Blick auf eine Mutter kristallisiert sich mehr und mehr eine vielschichtige Johanna heraus. – Die einfühlsame Sprache des Buches regt dazu an, die Entdeckungen Hanakas über Johanna zur Reflektion über die Beziehung zu den eigenen Eltern zu nutzen. Gleichzeitig wird immer wieder die Flüchtigkeit von Lebenszeugen wie Briefen fassbar gemacht. Der eigentliche Gewinn der Lektüre aber ist die bilderreiche Sprache und die Betonung der Schönheit von kleinen Dingen: Hanakas Vorliebe für Miniaturen jeder Art lässt auch die Lesenden nach der Lektüre mit einem neu gestärkten Blick auf jene zurück.
Janina Dillig
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Yumikos Paravent
Hanns Zischler
Galiani Berlin (2026)
167 Seiten : Illustrationen (farbig)
fest geb.