Rolando Villazón
Gebannt saßen Millionen von Zuschauern vor den Bildschirmen, als sich die Sopranistin Anna Netrebko mit einem weniger bekannten mexikanischen Wuschelkopf 2005 bei den Salzburger Festspielen in der Inszenierung von La Traviata in die Herzen der Menschen
sang. Sowohl durch seine ausdrucksstarke Stimme wie durch sein charmantes Charisma, sein lateinamerikanisches Feuer und seine Darstellungskunst begeistert er die Menschen. Doch wie sieht es hinter dieser meist strahlenden Fassade aus? Sorgfältig recherchiert, nachvollziehbar und ehrlich beschreibt Manuel Brug das Leben Villazóns seit dem Beginn seiner Karriere als Tenor. Positiv gefärbt, aber teilweise ebenso kritisch vollzieht er das Aufsteigen des jungen Künstlers als Star an den Opernhimmel nach und gewährt ebenso Einblicke in die schillernde Welt der Tenöre und das zeitweise recht harte Musikgeschäft. Auch widmet sich der Opernexperte und Stimmkenner der Stimmkrise, die den neuen Startenor 2008 zu einer kurzen Auszeit und Neuorientierung gezwungen hat. - Die eingängige Beschreibung eines Weltstars in der nicht immer einfachen Opernwelt wird viele interessierte Leser/innen finden.
Sonja Schmid
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Rolando Villazón
Manuel Brug
Henschel (2008)
159 S. : zahlr. Ill. (überw. farb.)
kt.