Das Unwetter
Mit eindrucksvollen filmisch inszenierten Illustrationen als Portrait-, Detail- und vereinzelten Panoramaaufnahmen verleiht Wautier einerseits seiner Nostalgie für den "Wilden Westen", andererseits den ungezügelten Kräften der Natur und der Familie
als sicherem Schutzraum Ausdruck. Unruhe, Erschrecken, Angst, Staunen und Erleichterung über Unbilden und Schönheit der Natur hält er virtuos mit dezenter Farbgebung, reduzierter Mimik bei den Kindern und Erwachsenen der betroffenen Familie sowie Verhalten und Ausdruck der gezeichneten Tiere fest. Ein künstlerisch gelungenes Werk, das gänzlich ohne Text auskommt, Geräusche wie Regen oder Donner aber visuell erfahrbar macht und zu eigener Erzählung der Geschichte auffordert. Tröstlich: Am Ende des Unwetters steht der Regenbogen, der die Unbeschwertheit des Anfangs der Story wiederherstellt. Als Ausflug in das Leben Anfang des 20. Jahrhunderts, die Auswirkungen eines Unwetters auf Tiere und Menschen sowie die Bedeutung des Schutzraumes Familie geeignet.
Margit Düing Bommes
rezensiert für den Borromäusverein.
Das Unwetter
David Wautier
Moritz Verlag (2026)
[48] Seiten : farbig
fest geb.