So schlafen die Tiere
Wer eine Katze hat, weiß, dass sie bis zu 16 Stunden täglich schläft. Wem aber ist bekannt, dass sich der (!) grüne Baumpython um einen Ast wickelt, den Kopf in die Mitte legt und erst gegen Abend aktiv wird? Auch, dass die Robbe für ein Schläfchen
ihre Nasenlöcher verschließt, das Gehirn zur Hälfte abschaltet und unter Wasser taucht, dürfte ebenso wenig allgemein bekannt sein wie die Tatsache, dass der Papageifisch sich für die Nacht eine Blase aus Schleim baut, in der er, geschützt vor Räubern, nächtigt. 17 Tierarten hat der tschechische Autor in ihren unterschiedlichen Schlafgewohnheiten, -orten und -zeiten porträtiert. Seine Textbausteine sind interessant, gut verständlich und kommen dem Wissensinteresse von Kindergartenkindern entgegen. Die Holzschnitte, welche die Künstlerin zur Illustration angefertigt hat, wurden in verhaltenen Farben gestaltet. Gemeinsam mit dem Text breitet sich eine wohltuende Ruhe aus, die gut zum Thema passt. Zugleich vermittelt das Buch auf sympathische Weise erstaunliche Einblicke in die Vielfalt tierischer Lebensweisen. Die kurzen Texte laden dazu ein, immer wieder bei einzelnen Tieren zu verweilen und die ungewöhnlichen Schlafrituale zu entdecken. Ein Bilderbuch der leisen Töne, das in jede Bücherei gut passt.
Martina Mattes
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
So schlafen die Tiere
Jiri Dvorák ; mit Illustrationen von Marie Štumpfová ; aus dem Tschechischen von Andreas Tretner
Moritz Verlag (2026)
96 Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 6