Freiheit im Blut
Rojîn, deren Name "die Sonnige" bedeutet, ist nach ihrer Kindheit kein sonniges Leben beschert. Als Französin mit kurdischen Wurzeln entkommt sie mit 18 Jahren knapp einer Zwangsehe und findet zunächst Unterschlupf beim Journalisten Olivier. Da
sie in Paris aber nicht mehr sicher ist, sucht sie Zuflucht bei ihrer Tante im türkischen Kurdistan. Bereits bei der Einreise von türkischen Beamten diskriminiert, werden sie und ihre Tante später festgenommen und auf brutale Weise gefoltert. Nach ihrer Freilassung kämpft sie im Norden Syriens gegen den IS, erleidet heftige physische Gewalt durch Dschihadisten und wird auf dem Sklavenmarkt verkauft. Auf ihrer Flucht vor einer weiteren Zwangsehe mit einem Kalifen tötet sie diesen, wird verfolgt und gelangt schwer verletzt und schwanger ins irakische Kurdistan. Olivier holt sie von dort zurück nach Paris, wo Anhänger des IS ihren Traum von einem gemeinsamen Leben brutal beenden. – Diese in ihren expliziten Gewaltdarstellungen möglicherweise schockierende Graphic Novel schildert ungeschönt das Schicksal einer jungen Frau, die für ihre Freiheit und die ihres kurdischen Volkes kämpft. Ein zeitkritisches Werk, in das Kudret Günes familiäre Erfahrungen und Schicksale bekannter türkischer Kurd:innen einfließen ließ und das 2025 Anlass für ihre Inhaftierung in der Türkei war. Für ausgebaute Bestände einsetzbar.
Margit Düing Bommes
rezensiert für den Borromäusverein.
Freiheit im Blut
Kudret Günes ; Christophe Girard ; aus dem Französischen von Marisa Kröpfl
bahoe books (2026)
158 Seiten : farbig
fest geb.