Katharsis

Nachdem die deutschen Besatzer seinen Vater, einen Priester, getötet haben, schließt sich der junge Grieche Kostas Tosidos dem Widerstand an und flieht mit seiner Frau Katharina nach dem Krieg nach Polen. Behilflich dabei ist der Pole Zygmunt, der Katharsis ebenfalls in Griechenland im Widerstand aktiv ist. In Polen gerät Kostas in die Mühlen der Staatssicherheit und muss als Sträfling in einem Bergwerk arbeiten. Hier entdeckt er einen wertvollen Schatz: von Deutschen eingelagertes Uran. Siembieda erzählt im Anschluss an diese Handlungslinie die Geschichte Zygmunts, der in der Vorkriegszeit als Schmuggler in Gdynia Berühmtheit erlangte, ehe er nach Griechenland floh, wo er mit Kostas zusammentraf. Der Autor verknüpft die Lebensläufe der beiden und führt die Handlung mit Kostas‘ Sohn Janis weiter, der letztlich von dem Uranfund seines Vaters erfährt. Siembieda spannt einen historischen Bogen von den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts bis in das Polen der 90er-Jahre. Seine Figuren sind geprägt von den gesellschaftlichen Umständen, die realistisch und spannend geschildert werden. Dabei bleibt der Autor immer den persönlichen Schicksalen seiner Charaktere verpflichtet, ohne die historische Perspektive aufzugeben. Empfehlenswert für Leser:innen opulenter historischer Romane aus der Zeit der Weltkriege.

Walter Brunhuber

Walter Brunhuber

rezensiert für den Borromäusverein.

Katharsis

Katharsis

Maciej Siembieda ; aus dem Polnischen von Ewa Krauss
Polente Verlag (2026)

631 Seiten
kt.

MedienNr.: 625545
ISBN 978-3-903634-02-2
9783903634022
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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