Johann Peter Hebel

Mit größeren farbigen Pixeln gezeichnet, blickt der schwäbische Dichter Johann Peter Hebel (1760–1826) vom Buchdeckel neugierig auf den Leser. Man kennt ihn vielleicht von seinen Alemannischen Gedichten und als Herausgeber des „Schatzkästleins Johann Peter Hebel des rheinischen Hausfreundes“. Der Untertitel „Der Heimatflüsterer“ bekräftigt noch die Klassifizierung als Heimatdichter. Das ist aber nicht die Absicht des Autors. Diesem geht es nämlich mehr um die „moderne“ Seite von Johann Peter Hebel, eines „streitbaren Geistlichen“ für Liberalität, Toleranz und Menschenfreundlichkeit, wie er schreibt. Nach dem Abdruck seiner berühmtesten Kalendergeschichte „Kannitverstan“ wird der Leser mit 14 kurzen Kapiteln durch charakteristische Lebensstationen Hebels geführt, die den Charakter Hebels zeichnen, so z.B. das enge Verhältnis zu seiner Mutter, die Bedeutung von Männerfreundschaften, das verwunderliche halbherzige Verhältnis zu seiner Beinahe-Braut Gustave Günttert, sein Verhalten gegenüber der Obrigkeit sowie sein fast schon demokratisches Denken. Auch der berufliche Weg des selbstbewussten Kirchenmannes, Lehrers und Mitglieds der Ersten Kammer des Badischen Landtages wird deutlich spürbar in diesen kurzen und unterhaltsamen Erzählungen. Diese nehmen den Ton der Kalendergeschichten auf, was heutige Leser vielleicht zunächst etwas irritieren wird. Darein sind immer wieder badische Ausdrücke eingestreut, die gleichsam Authentizität vermitteln. Ganz konventionell tritt der Erzähler häufig an den Leser heran, um ihn zu führen. Mit dieser Gestaltung will der evangelische Theologe und Schriftsteller Thomas Weiß uns in die Welt von Johann Peter Hebel einführen, gleichsam eine erste Kontaktaufnahme.

Bernhard Grabmeyer

Bernhard Grabmeyer

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Johann Peter Hebel

Johann Peter Hebel

Thomas Weiß
8 grad (2026)

131 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 756220
ISBN 978-3-910228-71-9
9783910228719
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Li
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