Tine Eisenbeisser
Obwohl Tine von ihrem Vater, einem Beamten der Volkspolizei, und im Rahmen des schulischen Staatsbürgerunterrichtes ein durchweg positives Bild der DDR vermittelt bekommt, sehnt sie sich doch insgeheim nach ein wenig westlichem Lebensstandard und
größerem Warenangebot. Als schließlich der Ausreiseantrag von ihrer großen Liebe Nils und seinen Eltern genehmigt wird, verbietet ihr der Vater, mit dem "Staatsfeind" Kontakt zu halten. So lässt sich Tine von den zahlreichen Demonstrationen anstecken und beginnt trotz drohenden Schulverweises, sich selbst für mehr Offenheit und Meinungsfreiheit in ihrem Land einzusetzen. Als letztendlich die Mauer fällt, reist Tine unverzüglich in den westlichen Teil ihrer Stadt, um dort nach Nils zu suchen. Doch nicht alles dort scheint besser als in ihrer Heimat... - Da die Autorin in diesem Jugendroman ihre eigenen Erfahrungen und Erlebnisse mitverarbeitet hat, wirkt die Geschichte außergewöhnlich natürlich und an keiner Stelle aufgesetzt. Sowohl Lebensweise, sprachliche Besonderheiten der DDR als auch der Kulturschock im Zuge der Grenzöffnung sind detailliert und authentisch beschrieben. Sehr empfehlenswert.
Tine Eisenbeisser
Ira Wedel
Jacoby & Stuart (2009)
240 S.
fest geb.