Ein Hund namens Katze
Katze, der Mischlingshund, hat es von Geburt an schwer: Vater nicht präsent und ein Tunichtgut, Geschwister alle tot, ein programmatischer ("Katzen sind unabhängig"), aber belastender Name, vergeben von einer Mutter, die ihn bald verlässt, von anderen
Tieren gemieden, vielfach auch verlacht. Die vermeintliche "Unabhängigkeit" einer Katze macht ihn einsam und hoffnungslos, schließlich ist er keine Katze. Als er in Helsinki einen verwahrlosten Obdachlosen kennenlernt, ändert sich alles. Der Mann ist selbst ein Ausgestoßener, der einen schonungslosen Blick auf sich selbst und das Leben hat und den Hund nimmt, wie er ist. Sie tun sich zusammen und werden Freunde; sie leben ihr Leben in der Ausgestoßenheit und "Katze" beginnt, Vertrauen auch in andere zu entwickeln. – Das Thema ist sehr ernst, teilweise geradezu schmerzlich, umgesetzt in eindrucksvollen und vielgestaltigen Illustrationen, die stets mit dem längeren, klaren und ruhigen Text korrespondieren und ihm zusätzliches Gewicht geben. Es bietet für ältere, aufgeschlossene Kinder und Erwachsene eine bereichernde Grundlage für Gespräche über z.B. Einsamkeit und Vertrauen – sehr empfohlen für einen gezielten Einsatz!
Birgit Karnbach
rezensiert für den Borromäusverein.
Ein Hund namens Katze
Tomi Kontio ; illustriert von Elina Warsta ; aus dem Finnischen von Maximilian Murmann
Jupitermond Verlag (2026)
[40] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 6