Mein Name ist Lilith
Lilith und Adam leben im Garten Eden. Als Lilith sich gegen Adam, der alles kontrollieren will, auflehnt, wird sie aus dem Paradies vertrieben und Eva, Abbild einer Dienerin, folgt ihr nach. Lilith macht sich zusammen mit dem gefallenen Engel Samael
auf den Weg, die Urgöttin Asherah zu finden. Auf dem Weg bis hin zu Maryam, der Gefährtin Jesu, setzt sie ihre Wut und ihren Schmerz über die patriarchalischen Strukturen sowie Mut und Entschlossenheit ein, um den Frauen ihre wahre Größe bewusst und ihre großen Taten eindringlich bekannt zu machen. - Ob alle Leser:innen bei der Deutung mitgehen können, ist fraglich; da der mitreißende Roman eine Schwarz-Weiß-Sicht erzeugt. Die mit viel Leidenschaft geschriebene Uminterpretation der Ursprungsgeschichte der Menschen und ihrem Weg mit Gott, die feministischer nicht geprägt sein könnte, ist gerade deshalb sehr lesenswert; neben dem packenden Handlungsstrang gibt es viele lohnende Impulse zur kritischen Auseinandersetzung, ohne dass man zwingend der Interpretation zustimmen müsste.
Susanne Körber
rezensiert für den Borromäusverein.
Mein Name ist Lilith
Nikki Marmery ; aus dem Englischen von Sabine Herting
Fischer (2024)
454 Seiten : Karten
fest geb.