Rübezahl

Auf dem Schlossberg bei Glatz, Niederschlesien, kommt es zu einem Mord. Ein Mann hängt mit durchgeschnittener Kehle vom Kaiser-Wilhelm-Turm herab. Doch damit nicht genug: Jemand hat ihm das 'Gesicht gestohlen', sprich die Gesichtshaut abgezogen. Am Rübezahl Tatort findet sich ein Hinweis auf die bekannte Sagengestalt 'Rübezahl', wodurch der Name zum Synonym für den Täter wird. Kurz darauf wird Dr. Baumann, ein aus Breslau angeforderter Pathologe, auf dieselbe Weise ermordet. Im Laufe der Ermittlungen kommen Oberwachtmeister Koschella und seine beiden Assistenten Schulz und Czosek dahinter, dass der Fall, in dem es noch weitere Opfer gibt, eine politische Dimension hat. 'Rübezahl' erweist sich am Ende als Kreis enttäuschter Kriegsversehrter, die es auf die Mitglieder eines Geheimbundes um Hitler abgesehen haben, von dem sie sich ausgenutzt fühlen. Ein spannender Krimi aus der Zeit der Weimarer Republik. Duszynskis Figuren sind glaubwürdig ausgearbeitete Charaktere, die der Geschichte eine eigene private Dimension hinzufügen. Die Handlungsfäden sind dramaturgisch so geschickt miteinander verknüpft, dass man als Leser:in bis zur letzten Seite auf die Auflösung des Falles warten muss.

Walter Brunhuber

Walter Brunhuber

rezensiert für den Borromäusverein.

Rübezahl

Rübezahl

Tomasz Duszynski ; aus dem Polnischen von Markus Schnabel
Polente Verlag (2026)

Glatz ; Band 3
425 Seiten
kt.

MedienNr.: 626558
ISBN 978-3-95057-446-3
9783950574463
ca. 19,50 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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