Überall Popos
Heute geht Mila mit ihren Eltern ins Schwimmbad. Die ganze Woche hat sie sich darauf gefreut und sich fest vorgenommen, vom Rand ins große Becken zu springen. In der Damen-Umkleide bestaunt sie die vielen verschiedenen Popos und Brüste. Beim Duschen
interessiert sie sich für die Scheiden und kommentiert diese ohne jede Hemmung, was Mama dann aber dann doch peinlich wird. Endlich sind sie in der Schwimmhalle, wo Papa, um Mila ihre Angst vor ihrem Sprung zu nehmen, vom Dreier hüpft. Dabei verliert er seine ohnehin viel zu knappe Badehose. Er schämt sich so sehr, dass Mila ohne weiter nachzudenken tatsächlich ins Wasser springt und sich die Badehose holt. Papa findet, dass Mila eine Heldin ist. - Dieses Buch feiert mit cartoonartigen, farbenfrohen und detailreichen Illustrationen regelrecht die Vielfalt von vor allem weiblicher Nacktheit, indem sie diese ganz ungeschönt zeigt. Und das alles durch Milas neugierigen, buchstäblich "scham-losen" und völlig urteilsfreien Blick. Es ist "ein Plädoyer gegen Body-Shaming und vorgefertigte Idealbilder" (Janina Böhnlein, Thalia Buchhandlung), das aber manchen Leser/-innen in seiner recht tabulosen Darstellung und in einigen seiner Ausdrücke nicht gefallen könnte. Von daher würde ich es nicht ganz uneingeschränkt empfehlen wollen.
Barbara Nüsgen-Schäfer
rezensiert für den Borromäusverein.
Überall Popos
Annika Leone ; Bettina Johansson ; aus dem Schwedischen von Monika Osberghaus
Klett Kinderbuch (2020)
[32] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 6