Die Giehse

Im Auftrag der Münchner Kammerspiele schuf Barbara Yelin eine Comicbiografie der Theaterikone Therese Giehse als einstiger Star des Hauses. Mit ihren raumgreifenden Darstellungen in Klassikern wie „Mutter Courage und ihre Kinder“, „Hamlet“ Die Giehse oder „Der Besuch der alten Dame“ sorgte sie für Aufsehen. Friedrich Dürrenmatt änderte das Geschlecht des strippenziehenden Anstaltsleiters in „Die Physiker“ für sie. Als linke, jüdische und queere Akteurin musste sie 1933 vor den Nazis in die Schweiz fliehen. Dort durften sie und das Kabarettensemble der „Leipziger Pfeffermühle“ bald nicht mehr auftreten. Doch auch nach Kriegsende wurde sie in München mit Ewiggestrigen konfrontiert. In schimmernden, mitunter unruhigen Panels entwirft Yelin das Bild einer scharfsinnigen, widerständigen Akteurin, die über private Dinge keine Auskunft erteilen wollte. Der eigenwillige Comic nimmt allerdings nur zwei Drittel des schmalen Bandes ein. Fotos, Skizzen und vier Aufsätze, etwa von FAZ-Redakteur Andreas Platthaus oder Kammerspiele-Intendantin Barbara Mundel, ergänzen das Bild der ungebundenen, arbeitswütigen Theaterlegende. Empfehlenswert für größere Bestände.

Gregor Ries

Gregor Ries

rezensiert für den Borromäusverein.

Die Giehse

Die Giehse

Barbara Yelin
Reprodukt (2025)

49 Seiten : überwiegend farbig
fest geb.

MedienNr.: 623800
ISBN 978-3-95640-458-0
9783956404580
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Mu
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