Leon Hertz und die Sache mit der Traurigkeit
Der scheue, zu Depressionen neigende 13-jährige Leon hat es nicht leicht in der Schule. Als er im Ethikunterricht ein Referat halten soll zum Thema Tod und Trauer, recherchiert er einen tödlichen Fahrradunfall mit einem LKW vor zwei Jahren an einer
Berliner Kreuzung, die auf seinem Schulweg liegt. Noch immer liegen frische Blumen an der Unglücksstelle und ein Grablicht leuchtet. Leon macht sich mit der überraschenden Unterstützung seines Klassenkameraden Rouven auf die Suche nach Hinterbliebenen und dem Verursacher. Dabei wird seine eigene Traurigkeit thematisiert, der Umgang mit Trauer bei den Beteiligten, die frische Freundschaft zum schwulen Rouven und das fiese Mobbing an seinem neuen Freund-Freund. - Ein einfühlsames Buch, konsequent aus der Perspektive des jugendlichen Protagonisten geschrieben, was die Identifikation für die lesende Zielgruppe erleichtert, ohne sich dabei anzubiedern. Corona hat die Symptomatik von Depressionen unter Pubertierenden nachweislich verstärkt und damit ist dieser Jugendbuch-Erstling des Berliner Satirikers ein sinnvoller Beitrag zur Aufklärung über das Krankheitsbild unter Jugendlichen. Ein „Problembuch“ light mit Witz und Humor um Angst und Zutrauen, Trauer und Einsamkeit, aber auch um Freundschaft und Hilfe.
Karin Steinfeld-Bartelt
rezensiert für den Borromäusverein.
Leon Hertz und die Sache mit der Traurigkeit
Volker Surmann ; mit Kapitelvignetten von Tine Schulz
Mixtvision (2024)
217 Seiten
fest geb.