Some people need killing
Patricia Evangelista dokumentiert, wie der philippinische Präsident Rodrigo Duterte von 2016 bis 2022 Tausende Menschen „im Krieg gegen die Drogen“ ohne Anklage und rechtstaatliches Verfahren töten ließ. Feinde waren Kartelle, Drogendealer,
Drogensüchtige, kritische Journalisten, Menschenrechtsanwälte und Menschen allgemein, die ein falsches Wort sagten oder einfach in die Schusslinie gerieten. Polizisten, Nachbarn und Gangs töteten auf offener Straße, im Garten oder in einem Fall sogar einen Mann im Bett mit einem Kleinkind auf dem Arm. Mit diesem alltäglichen Töten waren große Teile der Bevölkerung einverstanden: „Some people need killing“ (manche Menschen müssen einfach getötet werden). Inzwischen ermittelt der Internationale Strafgerichtshof wegen Mord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gegen den ehemaligen Präsidenten, der im Frühjahr 2025 verhaftet und nach Den Haag ausgeliefert wurde. – Die investigative Journalistin Patricia Evangelista führte seit 2016 ein akribisches Protokoll der Morde, der Angst, der gesellschaftlichen Verrohung und Brutalität unter Duterte und gibt denen, die zu „Nicht-Menschen“ erklärt wurden, eine Stimme. Die packende Dokumentation ist auch eine universelle Warnung gegen den sich allerorts ausbreitenden gewaltbereiten Populismus. – Auf der Frankfurter Buchmesse 2025 berichtete sie als „Philippines' Guest of Honor“. Sehr empfehlenswert!
Berthold Schäffner
rezensiert für den Borromäusverein.
Some people need killing
Patricia Evangelista ; aus dem Englischen von Zoë Beck
CulturBooks (2025)
367 Seiten
fest geb.