Magritte und Georgette
Nadine Monfils stellt das belgische Ehepaar Magritte in den Mittelpunkt ihrer im französischen Sprachraum bereits sehr beliebten Krimi-Serie. Hier begeben sich René und Georgette auf die Suche nach einem Frauenmörder, der seine Opfer mit romantischen
Liebesbriefen in eine tödliche Falle lockt und die Fundorte der Leichen mit Blumen drapiert. Das alarmiert die Magrittes aufs Höchste, denn diese verstörenden Arrangements erinnern an Details aus Renés geheimnisvollen Bildern. Während René auf seinen Spaziergängen durch die belgische Hauptstadt Verdächtige und Zeugen befragt, zieht Georgette daheim die Fäden und versorgt ihren ermittelnden Künstler-Gatten mit neuen Ideen und Indizien. Das Eheleben der beiden wird von der Autorin amüsant und liebevoll beschrieben, besonders fällt dabei ins Auge, dass sie René als völlig normalen, sehr bürgerlichen Menschen beschreibt, dem man seine surrealistischen Bilder niemals zutrauen würde. Er selbst wäre der erste, der dies unterschreiben würde. Und gerade diese Unauffälligkeit unterstützt ihn bei seinen heimlichen Ermittlungen. – Monfils Schreibstil ist humorvoll und erfrischend, sie findet eine gute Balance zwischen ordentlich recherchiertem Künstleralltag und spannender Krimihandlung und Brüssel als Tatort ist ein weitgehend unbeschriebenes Feld. Eine Entdeckung, überall empfohlen.
Susanne Steufmehl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Magritte und Georgette
Nadine Monfils ; aus dem Französischen von Sabine Schwenk
Eisele (2025)
303 Seiten
kt.