Menomorphosen
So unterschiedlich Frauen sind, genauso unterscheiden sich ihre Geschichten in der kurzweiligen, erfrischend zu lesenden Sammlung von Jule Ronstedts "Menomorphosen". Gemeinsam haben die Protagonistinnen das Erleben von Veränderung, die die neue Lebensphase
des Älterwerdens unweigerlich mit sich bringt. Wie sie damit umgehen, ist allerdings individuell verschieden, und so finden sich kraftvolle und leise, humorvolle und melancholische Erzählungen, unter anderem über Trennung, Loslassen der Kinder, Neuorientierung mit dem Ehemann, drohende Altersarmut, aus denen die Frauen wohltuend selbstbestimmt und selbstbewusst hervorgehen. Leserinnen im entsprechenden Alter werden eigene Parallelen zur ein oder anderen Geschichte finden, währenddessen männliche Leser die Möglichkeit bekommen, Frauen in diesem Lebensabschnitt besser zu verstehen. – Frisch, keck und frei von der Leber weg erzählt, sind die "Menomorphosen" ein Gewinn für jede Bücherei.
Gabriele Berberich
rezensiert für den Borromäusverein.
Menomorphosen
Jule Ronstedt
Eisele (2025)
255 Seiten
fest geb.