Die Kindheit der Bösen, der Fiesen & Gemeinen
Seit dem Anfang der Erzählungen handeln Märchen und Romane meist von guten Helden im Kampf gegen böse Ungeheuer. Diese sind meist dunkle, komplizierte, aber auch faszinierende Gemüter und bringen Spannung in die Handlung. Weshalb sind sie aber
böse, fies und gemein? Was mag wohl dazu geführt haben, dass sie ihrer Umwelt nur Übles wollen? Dieses Buch betrachtet die Kindheit von 20 berühmten Übeltätern genauer. Auf je einer Doppelseite werden berühmte Figuren wie Dracula, Hades oder auch der "böse Wolf" porträtiert. Die vorgestellten Bösewichte stammen aus verschiedenen Epochen, verschiedenen Ländern und unterschiedlichsten literarischen Vorlagen. Dies macht die kurzen Geschichten sehr abwechslungsreich und interessant. Ästhetisch äußerst ansprechend aufbereitet, beleuchten faszinierende, fantasievolle, aber auch gruselige Episoden mögliche Gründe, die dazu geführt haben könnten, dass diese süßen kleinen Bösewichte zu den ultimativen Ungeheuern heranwuchsen, die später in ihren Geschichten bekämpft werden müssen. Das Buch lädt ältere Kinder ein, hinter die Fassade zwischen Gut und Böse zu blicken, über die Einteilung in "Gut und Böse" nachzudenken und das "Warum?" zu philosophieren. Als Vorlesebuch zu empfehlen, aber eher nicht für jüngere Kinder.
Denise Müller
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Die Kindheit der Bösen, der Fiesen & Gemeinen
Sébastien Perez ; Illustrationen: Benjamin Lacombe ; aus dem Französischen von Edmund Jacoby
Verlagshaus Jacoby & Stuart (2024)
54 Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 9