Das 19. Jahrhundert
Hinter dem etwas unpassenden Sachtitel verbirgt sich eine hochinteressante und umfangreiche, auf zwei Bände angelegte Graphic Novel, die in dieser Kunstform auf anschauliche Weise einen Überblick über die US-amerikanische Literaturgeschichte bietet.
Im ersten Band, der das 19. Jahrhundert umfasst, werden nach einer knappen Einführung in die Vorgeschichte acht wichtige Autoren (James Fenimore Cooper, Nathaniel Hawthorne, Edgar Allen Poe, Henry David Thoreau, Walt Whitman, Hermann Melville, Mark Twain, Henry James und Jack London) sowie mit Emily Dickinson eine einzige Frau aus dieser Zeit berücksichtigt. Jede Person wird in einem eigenen, zumeist knapp 20 Seiten umfassenden Kapitel behandelt. Den Lesenden wird dabei zum einen ein Einblick in den familiären Hintergrund und das gesellschaftliche Klima der jeweiligen Zeit, die geistige und religiöse Prägung und die eigene, oftmals von Brüchen und Problemen gekennzeichnete Lebensgeschichte der Schreibenden gewährt und zum anderen ein Blick auf einzelne Hauptwerke der Schriftsteller und Schriftstellerinnen angeboten. Am Ende eines jeden Abschnitts zeigt ein Baum auf, welche späteren Literaten von dieser Person und ihrem jeweiligen Oeuvre beeinflusst wurden. Ein Anmerkungsapparat und einige Literaturhinweise schließen diesen Sachcomic ab, der nach seinem Abschluss durch den Folgeband allen interessierten Büchereien einen guten einführenden Überblick über die US-amerikanische Literaturgeschichte bieten wird.
Siegfried Schmidt
rezensiert für den Borromäusverein.
Das 19. Jahrhundert
Szenario: Catherine Mory ; Zeichnungen: Jean-Baptiste Hostache ; aus dem Französischen von Edmund Jacoby
Verlagshaus Jacoby & Stuart (2025)
Es war einmal Amerika : Eine Geschichte der amerikanischen Literatur ; Band I
214 Seiten : farbig
fest geb.