Beuys
Joseph Beuys' Rezeption ist äußerst ambivalent – entweder man mag seine oft politisch motivierte Kunst oder man kann nichts mit ihr anfangen. Mosbacher gelingt es, ganz im Stile des Künstlers, dessen Ansichten und Teile seines Lebenswerkes zu
vermitteln. So entsteht ein Mix aus Fakten und Fiktion mit von Beuys selbst verbreiteten Legenden, aber auch von Mosbacher kreierten Ereignissen (bspw. die Begegnung mit Ulrike Meinhof). Aussagen und Wirken des Aktionskünstlers setzt er darüber hinaus in Bezug zu gesellschaftspolitischen Ereignissen der jüngeren Vergangenheit (Hambacher Forst). Ambitionierter Stümper oder Visionär? Die Grundlagen für einen Dialog zwischen Beuys und den Leser:innen sind geschaffen. Eine gelungene Schwarz-Weiß-Graphic Novel mit Dominanz einer auf das Wesentliche fokussierten Illustration und einem auf das Notwendige reduzierten Textanteil. – Für ausgebaute Bestände empfehlenswert.
Margit Düing Bommes
rezensiert für den Borromäusverein.
Beuys
Lenz Mosbacher
avant-verlag (2026)
263 Seiten
fest geb.