Renés Meditationen
Bär René findet sich plötzlich im Zoo wieder. Zoo bedeutet lebenslänglich und ist furchtbar schlimm, meint Renés Freund, der Waschbär Marin, denn man muss sich um nichts kümmern. Man sitzt einfach nur da und denkt. Und so erkennt René, dass
er sich auf seine Sinneswahrnehmungen nicht verlassen kann, es gibt keine Sicherheit zu erkennen, ob man wach ist oder träumt. René zweifelt, also muss er existieren. Doch sein Körper könnte auch eine Illusion sein. Aber weil er zweifelt, ist er. Er hat eine Vorstellung von Gott, was beweist, dass es ein unendliches, perfektes Wesen gibt. Und weil Gott nicht betrügt, sind materielle Dinge wahr. Die Auswilderung erfüllt Marin mit Freude und René ist zunächst verunsichert, weil seine Theorien von Marin widerlegt wurden, doch Marin ermutigt ihn, weiter über das Wesen der Welt zu philosophieren. Dieser wunderschöne Hardcover-Comic im Querformat überrascht durch sensible, in dezenten Blautönen gehaltene Illustrationen, humorvolle, nachdenkliche Überlegungen zu Rationalismus und Existenz basierend auf Meditationen über die erste Philosophie von René Descartes. Diese 2012 in der Frankfurter Rundschau erschienenen täglichen Comicstrips sind für an Philosophie Interessierte sicher ein Genuss.
Ursula Reich
rezensiert für den Borromäusverein.
Renés Meditationen
Thomas Wellmann
Rotopol (2026)
[unpaginiert] : farbig
fest geb.