Ich kann Rad fahren
Ob so eine Omi glücklich macht? Riesengroß wirkt sie, der Betrachter sieht nur ihre Beine bis zu den Knien. Davor steht das Schweinchen, klein, mit einem Blümchen und ausgezogenen Stiefelchen auf der Fußmatte; fast bekommt es Genickstarre beim
Hinaufschauen. Mit Oma ist nicht zu spaßen: Man muss brav aufessen, ihren Sauberkeitsfimmel erdulden und vor allem ihre Unerbittlichkeit aushalten. Denn unerbittlich ist sie. Schweinchen soll Fahrrad fahren lernen. Drohend ragt Oma über ihm auf, als es stürzt. Schreien hilft da nichts. Am Ende aber geschieht, was geschehen muss oder vielmehr, was Oma geplant hat: Schon bald radelt Schweinchen vergnügt und voller Schwung durch die Gegend. Omi ist mächtig stolz, und das Schweinchen überglücklich. Dieses Glück möchte es teilen. Nun ist Oma an der Reihe. – Ein hochamüsantes Bilderbuch, das in jeder Hinsicht überzeugt, vor allem durch die Illustrationen, die mit überraschenden Perspektiven, stimmungsvoller Farbgebung und liebevollen Details wie den Vögelchen auf jedem Bild begeistern. Noch wichtiger sind jedoch die Botschaften: dass eine dominante Großmutter von ihrem Enkelchen noch einiges lernen kann, und dass Glück etwas ist, das man teilt.
Martina Mattes
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Ich kann Rad fahren
Gilles Baum ; illustriert von Amandine Piu ; aus dem Französischen von Ulrich Störiko-Blume
von Hacht (2025)
[44] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 4