Die Geschichte vom Mädchen und dem Fisch
Die Tränenflüssigkeit besteht hauptsächlich aus Wasser, Salz und Proteinen. So weit so gut. Für "Die Geschichte vom Mädchen und dem Fisch" nicht unwesentlich, auch wenn diese Information keine Erwähnung findet. Erzählt wird indessen von einem
namenlosen Mädchen, das naturverbunden, zurückhaltend und glücklich in einer Bergregion lebt. Eines Tages fällt dort aus dem Lieferwagen eines Fischhändlers ein Fisch und das Mädchen setzt nun alles daran, das Tier zu retten. Es stellt unterschiedlich konzentriertes Salzwasser her, aber leider bleibt der Fisch reglos. Erst als es deshalb anfängt zu weinen und die Tränenflüssigkeit in das Fischglas fällt, wird er wieder lebendig und eine innige Freundschaft zwischen Fisch und Kind entsteht. Allerdings muss regelmäßig für Tränennachschub gesorgt werden, sodass sich das Mädchen bewusst an traurige Ereignisse wie den Verlust ihres Kuscheltieres erinnert. Bald reicht dies nicht mehr und Mädchen und Fisch müssen sich auf eine Reise aufmachen … Im Nachwort schreibt die südamerikanische Autorin, dass die Geschichte von der "Schönheit und Vielfalt" der Natur ihrer Heimat inspiriert sei und sie von einer selbstlosen Rettung erzählen wollte. Auch wenn die Bilder von Mädchen, Fisch und Fahrrad dies widerspiegeln, überzeugt mich die Erzählung nicht wirklich. Die Verbindung aus notwendigen Tränen, seien sie aus Trauer oder Freude, um den Fisch zu retten, irritiert und bleibt etwas unschlüssig. Wer sich daran nicht stört, findet aber ein märchenhaft paradiesisches Heldinnenszenario. Für große Bestände.
Anna Winkler-Benders
rezensiert für den Borromäusverein.
Die Geschichte vom Mädchen und dem Fisch
Carolina Parada ; übersetzt aus dem Englischen von Celine Eßlinger
Carl-Auer Kids (2025)
[48] Seiten : farbig
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 3