Du hast noch einen Sommer, sagt der Tod
Alba, Milchlaborantin aus Berlin, hat einen Traum: Auf einer Bühne zu stehen und ihre eigenen Songs zu singen. Das Problem: Ihre Angststörung steht ihr im Weg, weshalb sie sich hauptsächlich in ihrer Wohnung versteckt. Als ihre Therapeutin eine
neue Methode testet, begegnet Alba dem Tod – in Form einer Steckdose. Was zunächst morbid oder gewöhnungsbedürftig klingen mag, entwickelt sich zu einer wunderschönen Liebeserklärung an das Leben. Der Tod, der Alba im Verlauf des Buches in Gestalt verschiedener Gegenstände begegnet, stellt ihr fünf Aufgaben, die sie bis zum Ende des Sommers erledigen muss – andernfalls nimmt er sie mit. Zu Beginn sträubt sich Alba noch, doch mit der Hilfe ihrer Freundin Rei stellt sie sich den Herausforderungen und entdeckt ihre neu entfachte Liebe zum Leben. Außerdem trifft sie Marlon, den sie bei ihrer ersten Aufgabe kennenlernt. – Eine wundervolle Sommergeschichte, nach der man Berlin im Sommer selbst erleben möchte und gemeinsam mit Alba Geschmack am Leben bekommt: mehr leben, mehr Abenteuer erleben, sich mehr trauen, mehr von den Dingen tun, die man schon immer machen wollte und die einem guttun. Die Geschichte ist schnell und leicht zu lesen. Ohne große Umschweife beginnt sie direkt und nimmt die Leser:innen mit in Albas Welt. Es macht Spaß, Alba auf ihrer Reise zu begleiten – so sehr, dass man selbst direkt Lust bekommt, das Leben in vollen Zügen zu genießen. Das Ende ist zwar ein wenig vorhersehbar, doch das mindert nichts vom Wohlfühlcharakter des Buches.
Isabel Sedlmair
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Du hast noch einen Sommer, sagt der Tod
Marie-Kristin Hofmann
Moon Notes (2026)
332 Seiten : Illustrationen (farbig), Karte
kt.