Hitler - Prophet der Finsternis

Nach dem Zweiten Weltkrieg beginnen in Nürnberg die Prozesse gegen die Verantwortlichen des NS-Staates. Auf der Anklagebank sitzen einige der Größen des Dritten Reichs wie Hermann Göring und Alfred Speer. Plötzlich erhebt sich ein älterer, gebrechlich Hitler - Prophet der Finsternis wirkender Mann und behauptet, Adolf Hitler zu sein. Nach anfänglichem Misstrauen wächst bei den Chefanklägern und dem Vorsitzenden Richter die Überzeugung, dass sie es womöglich tatsächlich mit dem Führer zu tun haben. Es entwickelt sich eine Auseinandersetzung über die NS-Ideologie, aber auch über die Persönlichkeit und das Privatleben Hitlers. Für den fiktiven Hitler dieses Romans war die Rassentheorie sowie der Glaube an die Vorsehung nur Mittel zum Zweck. Sein Ziel war es, das deutsche Volk auf einen Krieg vorzubereiten, da Krieg eben in der Natur des Menschen liege. Fromm betont, dass sein Buch Fiktion ist, ein Roman, der nicht den Anspruch auf historische Exaktheit erhebt. Dafür sprechen auch eine Reihe fiktiver Figuren, die in die Handlung eingefügt wurden. Fromms Hitler ist äußerlich ein Wrack, eine gebrechliche Hülle, in der allerdings eine zerstörerische Macht brennt, die Parallelen in unserer heutigen Welt findet. Das Buch wirft durch Rückblenden Schlaglichter auf die Dynamik in den Machtzirkeln des Deutschen Reiches und führt die Verteidigungsstrategien der ehemaligen NS-Größen durch die rücksichtslose Aufrichtigkeit dieses (fiktiven) Hitlers ad absurdum.

Walter Brunhuber

Walter Brunhuber

rezensiert für den Borromäusverein.

Hitler - Prophet der Finsternis

Hitler - Prophet der Finsternis

von Christoph Fromm
Primero Verlag (2026)

332 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 625556
ISBN 978-3-98275-050-7
9783982750507
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
Diesen Titel bei der ekz kaufen.