Monstergott
Esther und Ben sind beide in einer christlichen Freikirche aufgewachsen und waren dort immer glücklich. Doch in letzter Zeit kommen bei den beiden Zweifel auf, mit denen sie ganz unterschiedlich umgehen. In kurzen und prägnanten Sätzen erzählt
Caroline Schmitt die Geschichte der Geschwister. Dadurch wirken die Charaktere sehr nahbar und die Geschichte bekommt eine Dynamik, die es schwer macht, das Buch aus der Hand zu legen. Auf den ersten Blick wirkt die gesamte Gemeinde sehr freundlich, erst nach und nach schimmert durch, welche extremen Meinungen vertreten werden. Die Autorin arbeitet hier sehr gut heraus, mit welchen Methoden Personen Schuld eingeredet wird, um so die Gemeindemitglieder auf Spur zu halten. Die aufgeworfenen Themen wie Sexualität, die Rolle von Frauen in der Kirche und die Auslegung der Bibel werden ausführlich bearbeitet, allerdings nicht auf eine neuartige Weise. Das Buch besticht vor allem durch die gute Recherche, die hineingeflossen sein muss, um die Lebensrealität von Christen in Freikirchen so detailliert abzubilden. Deshalb stellt es trotz der teils einseitigen thematischen Behandlung eine große Leseempfehlung dar.
Agnes Schmidtner
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Monstergott
Caroline Schmitt
park x ullstein (2025)
268 Seiten
fest geb.