Neben Fremden
Rosa ist eine pensionierte Krankenpflegerin, die mit ihrem Hund Don sehr zurückgezogen in einem Mehrfamilienhaus wohnt. Zu ihrem einzigen Sohn hat sie seit Jahren keinen Kontakt mehr. Ihr Lebensgefährte ist vor wenigen Wochen gestorben. Kurz vor
seinem Tod hat er ihr einen Campingbus geschenkt. Sie überlegt, allein loszufahren, und beginnt, das Auto zu packen. Da erreicht sie ein Anruf, dass ihre Mutter einen Schlaganfall hatte und im Krankenhaus liegt. Das Verhältnis der beiden Frauen ist seit vielen Jahren schlecht. Die Mutter ist verbittert, kann nur das Schlechte in allem sehen und beklagt sich über die seltenen Besuche der Tochter. Rosa hat als Jugendliche das Elternhaus verlassen, weil sie die Atmosphäre dort nicht mehr ertragen konnte. Sie war schwanger zurückgekommen. Einige Jahre hat sie mit ihrem Sohn Tom bei ihrer Mutter gelebt. Rosa hat immer nur reagiert, nie hat sie eigene Pläne gehabt. Jetzt macht sie kleine Schritte in ein neues Leben, freundet sich mit ihrer Nachbarin und deren Tochter an und fährt mit ihrem Campingbus für ein paar Tage in die Berge. – Ein stilles Buch über Verluste, das Weiterleben und kleine Hoffnungsschimmer.
Susanne Emschermann
rezensiert für den Borromäusverein.
Neben Fremden
Eva Schmidt
Jung und Jung (2025)
181 Seiten
fest geb.